Jahresrückblick 2025

Es gibt keinen konkreten Anlass, aber ein konkretes „Gefühl“, dass die ACK Heidelberg als große ökumenische Arbeitsgemeinschaft vieler christlicher Denominationen bei den umfangreichen Strukturveränderungen ihrer Mitgliedskirchen mitgehen will. Nicht nur reaktiv, sondern aktiv. Das heißt, es geht einerseits um die theologische Fragenstellung, was diese große ökumenische Gemeinschaft verbindet und trägt, andererseits um ihre strategischen Ziele und Aufgaben in der kirchlichen und damit gesellschaftlichen Öffentlichkeit. In der Moderationssprache in die Schlagworte


Vocation- Mission- Passion- Purpose


gefasst. Ich will diese Schlagworte als Struktur aufgreifen, denn sie sind durchaus geeignet, mit unserem Tun und Lassen als ACK Heidelberg im Jahr 2025 kritisch, aber auch dankbar umzugehen und damit Anregung zu geben, was wir im Jahr 2026 folgende weitertragen wollen, wovon wir ablassen und was wir an Neuem in Angriff nehmen wollen.

Unser Tun
Vocation
ein herausfordernder Begriff; theologisch ausgedrückt: wozu sind wir berufen und gerufen? Welche Aufgaben stehen für uns an.
Hat die ACK eine „vocation“?

Ja – im Grunde genommen sind es acht „Rufe“, auf die wir uns 2017 in der ökumenischen Vereinbarung geeinigt haben und die von allen Mitgliedskirchen der ACK und ihren leitenden Gremien ratifiziert wurden. Auch jene, die seither der ACK Heidelberg beigetreten sind, erkennen diese visionären und zugleich
realistischen Thesen der Vereinbarung an. Acht sehr konkrete Punkte werden benannt:

  1. Unsere ökumenische Gemeinschaft wird für die Menschen unserer Stadt
    sichtbar, indem wir für- und miteinander beten, Feste und Gottesdienste feiern
    …und auf Stadtteilebene weitere Möglichkeiten des ökumenischen Miteinanders
    wahrnehmen.
  1. Wir setzen uns gemeinsam für die volle Abendmahlgemeinschaft der
    Mitgliedskirchen der ACK in Heidelberg ein.
  1. Wir achten die jeweiligen Traditionen und lassen uns zugleich auf neue Wege
    der einen Kirche Jesu Christi ein. Daher verpflichten wir uns, das Leben unserer
    Gemeinden auf verschiedenen Ebenen kennen zu lernen (…).
  1. Als Christen setzen wir uns gemeinsam für unsere Stadt in gesellschaftlichen
    und sozialen Fragen ein. (…). Wir verpflichten uns, für Gerechtigkeit, Frieden und
    die Bewahrung der Schöpfung einzutreten.
  1. Gemeinsam suchen wir das Gespräch über unsere ökumenischen Hoffnungen
    und Ziele und verpflichten uns, die ökumenische Gemeinschaft im Dialog
    gewissenhaft fortzusetzen. (…)
  1. Wir sehen die religiöse Bildung als eine wichtige Aufgabe. Deshalb fördern wir
    die Beschäftigung mit den biblischen Texten und ihre aktuelle Relevanz. Wir
    fördern zudem alle Initiativen, unterschiedliche Traditionen und Lehren
    wahrzunehmen und zu verstehen. (…)
  1. Wir erkennen einander als Kirche Jesu Christi mit den jeweiligen
    Amtsträgerinnen und Amtsträgern an.
  1. Wir sind offen für das Gespräch mit weiteren christlichen Gemeinschaften und
    anderen Religionen in Heidelberg.

Seit dem 31. Oktober 2017 sind diese acht Punkte das Raster, an dem wir unser
Planen und unser Handeln messen und messen (lassen) müssen.

Heidelberg 12. März 2026, Sibylle Baur-Kolster